Überseequartier mit Vielfalt und Kultur - Die Initiative Lebenswerte HafenCity

Anlass und Ziele Initiative Lebenswerte HafenCity

Der südliche Bereich des Überseequartiers in der HafenCity Hamburg erhält seit 2014 eine neue Planung für einen neuen Großinvestor, darin 90.000 qm Einzelhandel und Gastronomie gegenüber bisher 47.400 qm, Überbauung der Straße zur Elbe und aufgetürmte Gebäude ohne Beachtung der Qualität der angrenzenden städtischen und privaten Räume.
Die Initiative Lebenswerte HafenCity hat zusammen mit vielen weiteren Aktiven der HafenCity und der inneren Stadt festgestellt, dass die neue Planung den Anforderungen und den besonderen Chancen dieses Ortes nicht gerecht wird, sondern ihm schadet.

“In Gemeinschaft mit einem großen fachübergreifenden Netzwerk von engagierten Akteuren setzen wir uns dafür ein, in Weiterentwicklung der bisherigen Planungen der Sache eine gute Wendung zu geben - zum Besten für unsere Stadt!”

Wer die Initiative unterstützen möchte:
Informationen im Flyer zum Download.

Mehr Information: Vortrag I. Neitmann für die Initiative Lebenswerte HafenCity am 17.7.2017
(siehe auch unten "Überseequartier Süd - ein Gewinn für Hamburg?“)

Zukunft der Shoppingcenter - Studien und Medienberichte

In Studien und Medienberichten in Deutschland und Österreich nimmt die Kritik an Shopping-Centern zu. In Mainz verhinderte eine Bürgerinitiative eine Mall nach 4 Jahren Auseinandersetzung. Aktuelle Studien erwarten in den nächsten Jahren massive Umsatz- und Arbeitsplatzrückgänge im Einzelhandel als Folge des Online-Handels.

Exemplarische Auszüge aus Medienberichten:

14.2.2017, Shopping-UFO über der HafenCity Focus online

“Den Beinamen “Shopping-Ufo” erhielt das Bauprojekt “Einkaufszentrum am Überseequartier” in einem Workshop der Hamburgischen Behörde für Stadtentwicklung. Die Stadtplaner stellten fest, dass das Shoppingcenter zum einen über keinerlei gewachsene Kundschaft und zum anderen, bedingt durch die natürliche Grenze des Elbufers, über ein zu kleines Einzugsgebiet verfügt, um tagtäglich Kunden in die Einkaufspassagen zu locken.” (Vergl. unten: Bericht in Focus-Online vom 14.2.2017)

5.2.2017, Studie prophezeit Kahlschlag im Einzelhandel, n-tv

“Der größte Umbruch im Einzelhandel steht der Branche erst noch bevor: In den kommenden Jahren könnte jedes zweite Filialunternehmen vom Markt verschwinden, glauben Experten. ... Auch die Zahl von derzeit rund drei Millionen Arbeitsplätzen im Einzelhandel werde sich nicht halten lassen.

Zur Bedeutung für die Entwicklung von städtischen Zentren stellen die Stadtplaner eines Workshops in Hamburg fest:
September 2016: Die Attraktivität des öffentlichen Raums ist der Schlüssel für Zentrenentwicklung.

Gemeint ist hier der wirklich öffentliche Raum, nicht der pseudo-öffentliche Raum in Shopping-Malls. Die aktuelle Planung für das südliche Überseequartier wird als UFO bezeichnet.

30.7.2015, Große Shoppingcenter in der Kritik/ Initiative verhindert Mall, Deutschlandfunk online

“Shoppingcenter wirkten wie ein Magnet, argumentieren Entwickler, und dieser Magnet ziehe Kunden aus dem Umland in die Stadt hinein. Bereits ansässige Einzelhändler würden also von der zusätzlichen Kaufkraft profitieren, die das Center in die Stadt hole. Und es entstünden obendrein neue Arbeitsplätze. All das klingt verlockend, doch Studien belegen das Gegenteil: Das heißt, dass die Versprechen, die die Entwickler von Shoppingcentern machen, in aller Regel sich nicht erfüllen, so Monika Walther. Die Wirtschaftswissenschaftlerin untersucht seit Jahren die Wirkung von Shoppingcentern. Es sei mitnichten so, dass zusätzliche Kaufkraft von außen angezogen werde. Oftmals ist es so, dass ein interner Umverteilungsprozess stattfindet und der Umsatz aus dem bestehenden Einzelhandel sich verlagert. Und zwar in das Shoppingcenter hinein, weshalb Fachleute von einem Staubsaugereffekt sprechen: Die Mall saugt Kunden auf und hält sie fest.”..

“Shoppingcenter sind in sich selbst genügsame Kolosse, sie wenden sich mit glatten Außenfassaden von der Stadt ab, sie  wehren die Stadt geradezu ab.”... “ Sie spekulieren darauf, dass Leute kommen mit dem Auto, billig ...parken, dann reingehen, einkaufen, ... vielleicht noch etwas essen und dann ....raus mit dem Auto.”

“Die ece versucht deshalb immer, so schnell wie möglich die Planungen durchzusetzen, in der Verwaltung Zustimmung zu finden, Verträge zu schließen, mit dem OB, mit der Verwaltung. Denn sie haben feststellen müssen, je länger die Diskussion um die Ansiedlung in einer Stadt dauert, umso mehr geht die Stimmung gegen ece, weil die Leute sich bewußt werden, was auf sie zukommt für ein Koloss.”

“Bleibt die Frage, warum Stadtverwaltungen dem Bau von Shoppingcentern in dieser Größe und mit der starren Ausrichtung nach innen zustimmen.  ... Die Entwickler prognostizierten Nachteile für den Einkaufsstandort, wenn kein Shoppingcenter gebaut werde:.... sie sagen, hören Sie mal, Sie haben da einen Schandfleck. Es ist immer ein Schandfleck....”

“In Mainz wird vorerst wohl kein Shoppingcenter gebaut werden.” “Ich weiß jetzt nicht, wie ich das einordnen soll. Es bilden sich halt heute, es ist einfach ein Phänomen der Zeit, dass sich solche Bürgerinitiativen bilden, die sehr aktiv am politischen Leben teilnehmen.”

25.9.2014 “Die Zeit der Shopping-Malls ist vorbei”, Rundfunk Berlin Brandenburg, Interview Prof. Thomas Krüger/ HCU 

“In den USA, die als erste das Prinzip der Mall perfektioniert haben, geht der Trend sogar schon wieder in die entgegengesetzte Richtung. 

Die Shoppingcenter sind völlig austauschbar geworden und haben für die Bevölkerung an Reiz gegenüber einem vielfältigeren urbanen Raum verloren. Man baut dort neuerdings wieder die europäische Stadt nach. Also offene Strukturen mit Straßen, Plätzen und Grünflächen.

Diese Entwicklung kommt langsam auch in Europa und in Deutschland an.”

19.08.2012 “Die perverse Tyrannei der Einkaufstempel” www.welt.de

“Nach einer aktuellen Umfrage des NDR: ”Wie finden Sie Shopping-Center in kleineren Städten?” sagten nur noch 14,4%: ”Gut”. ...

Schon lange ist die grüne Wiese abgegrast; auch die Großstadte wurden bis auf Ausnahmen (Göttingen, Bremen) okkupiert.

Jetzt sind die Klein- und Mittelstädte das Hauptobjekt der Begierde. in Dutzenden von ihnen laufen Planungen für immer neue Shopping-Malls, und das Argument, das zieht, ist immer dasselbe: Wer der Konkurrenz der Nachbarstädte und -städtchen trotzen wolle (wo derselbe Centerbetreiber natürlich genauso argumentiert), müsse selbst Shopping-Malls bauen.

In Leer war es ... das vermaledeite Beispiel Oldenburg... In der nicht weit von Leer entfernten Stadt war mit List, Wählerbetrug und der persönlichen Hilfe des damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff ein Center gegen Bürgerwillen vor das Schloß gesetzt worden.”

Veranstaltungen und Berichte zum Überseequartier Süd seit 12/2016

31. AUGUST 2017 DIE ZEIT "In der falschen Dimension"

"An einem der schönsten Orte in der HafenCity soll ein riesiges Einkaufszentrum enstehen. Doch wirklich enorm ist an dem Projekt nur eines: Die Fehlplanung: Ein Plädoyer gegen den Bau von Gert Kähler."

17. JULI 2017 "Überseequartier Süd - ein Gewinn für Hamburg?"

Veranstaltung der Patriotischen Gesellschaft und des AIV

Vortrag Iris Neitmann am 17.07.2017 in der Patriotischen Gesellschaft

15. JUNI 2017 Expertenanhörung im Rathaus

Der Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft hört 5 Experten zum Thema 'Auswirkungen des Einkaufszentrums auf die bestehende Innenstadt'. Iris Neitmann ist als Expertin beteiligt.

12. JUNI 2017 Hamburger Abendblatt

Bericht über den Baustoppantrag einiger Anwohner

2. MAI 2017 ZEIT-ONLINE "Ein in sich geschlossener Klotz"

Interview von Hanna Grabbe (ZEIT online) mit Iris Neitmann.

19. APRIL 2017 Fachveranstaltung zum Überseequartier: “Es geht auch besser!”

In Fortsetzung der Veranstaltung vom 4.2. präsentiert die Initiative Lebenswerte HafenCity
ihre Vorschläge zur Weiterentwicklung der bestehenden Planung zum südlichen Überseequartier.

Ort: Halle 424, Stockmeyerstr. 43, 20457 Hamburg.

Zeit: Mittwoch, 19.4. um 19 Uhr.

Fotos der Veranstaltung auf dieser Website in der Rubrik News.

Zusammenfassung der Präsentation vom 19.4.2017:
HafenCity im Schatten des UFOs? Es geht auch besser!
Download der Broschüre: Teil 1 Teil 2 Teil 3

Die Initiative bedankt sich bei Pastor Frank Engelbrecht
und den Architekten Mathias Hein und Bruno Brandi für die wertvolle und engagierte Unterstützung.

Eva Eusterhus war bei der Veranstaltung am 19.4.2017 und berichtet am 21.4.2017 in der "Welt".

4. FEBRUAR 2017 Fachveranstaltung zum Überseequartier:
“Baukultur ist Planungskultur” (Zitat R.Nagel, Bundesstiftg. Baukultur)

In einer Veranstaltung in der HafenCity diskutiert die Initiative, unterstützt durch die Hauptkirche St. Katharinen, an 2 Thementischen mit geladenen Bewohnern, Investoren, Fachplanern und Vertretern aus der Bürgerschaft: Was bedeutet die Planung des neuen Investors Unibail für das Quartier HafenCity und für die Stadt Hamburg?

In der Abschlussdiskussion zeigen sich viele Anregungen, offene Fragen und der Wunsch nach Fortsetzung.

Am 14.2. bericht Jens P. Meyer in Focus online

Am 15.2. erscheint ein Interview mit Frank Engelbrecht in
Der Immobilien Brief - Hamburg und der Norden
“ Der Verkehr ist aus meiner Sicht das größte Problem.”

29. DEZEMBER 2016 Gespräch mit Prof. Bruns-Berentelg (HCH):

Im Ergebnis wird eine Fachveranstaltung vereinbart.

Offener Brief an Olaf Scholz (Download als pdf unter den Fotos)

1. DEZEMBER 2016 HafenCity im Schatten des UFOs? Bevor es zu spät ist!

Die Initiativgruppe Lebenswerte HafenCity entsteht: Mit Beteiligung der Stiftung StadtLandKunst sendet die Initiative am 1.12. einen offenen Brief an den 1. Bürgermeister Olaf Scholz. Sie verlangt Dialog und Modifizierung, basierend auf den Rechercheergebnissen des Netzwerks HafenCity e.V.

Am 3.12. erscheint dazu ein ganzseitiger Bericht in Bild,
weitere Medien berichten in kürzeren Beiträgen

Am 19.12. umfangreicher Bericht im Hamburger Abendblatt,

Am 22.12. druckt das Hamburger Abendblatt zustimmende
Leserbriefe, u.a. des Architekten Mathias Hein